Fenstertechnik

Richtiges Lüften erhöht die Energieeffizienz


EnergieeffizienzModerne Häuser sind Energiesparhäuser. Die Energieersparnis beruht im Wesentlichen auch darauf, das die Gebäudehülle dicht ist. Das bedeutet natürlich zwangsläufig, dass kein automatischer Luftaustausch über die Baumaterialien wie Fenster, Türen oder Wände erfolgen kann. Trotzdem muss zur Vermeidung von Schimmelbildung im Haus auf Lüftungsmaßnahmen verschiedener Art zurückgegriffen werden.
 

Lüftungsarten

Als mögliche Lüftungsarten stehen die natürliche Lüftung, die Zwangslüftung, die Stoßlüftung und die kontrollierte Lüftung mittels einer mechanischen Lüftungsanlage zur Verfügung. Welche Lüftungsarten eingesetzt werden, ergibt sich aus den Einzelfällen, teilweise kann auch eine Kombination verschiedener Lüftungsanlagen erfolgen. Nachstehend einige Überlegungen, wie man richtig lüften sollte.

Die natürliche Lüftung

Unter einer natürlichen Lüftung oder auch freien Lüftung versteht man den Luftaustausch in einem Haus, der durch den Auftrieb verschieden warmer Luftmassen entsteht. Diese Lüftung wird durch Wind und dem Unterschied von Innen- und Außentemperatur erzeugt.

Das diese Lüftungsart ihre Grenzen hat, wird deutlich, wenn man an Außentemperaturen unter 5° C oder über 25° C denkt. Die bei diesen Temperaturen erhältliche Zuluft ist schwerlich als Wohlfühltemperatur zu bezeichnen. Weitere Schwierigkeiten der Nutzung der natürlichen Lüftung ergeben sich aus den Umwelteinflüssen, wie Starkregen, Sturm, Lärm und Luftverschmutzung.

Auch die Regulierung der Luftfeuchtigkeit durch eine natürliche Lüftung stößt je nach den vorhandenen Außentemperaturen schnell an seine Grenzen. Die Lüftung ist immer dann besonders schwierig, wenn der Taupunkt der Außenluft höher liegt, als der Taupunkt der Innenluft. Das Lüften zur Verringerung der Luftfeuchtigkeit ist dann eigentlich gar nicht mehr möglich, da hilft nur eine Lüftungsanlage.

Zwangslüftung

Da beim Hausbau bautechnisch und baurechtlich aufgrund der Vorschriften der Energieeinsparverordnung eine Zwangslüftung durch die Bauteile des Hauses, also die Mauersteine, Fenster und Türen, nicht mehr gestattet ist, ist die natürliche Lüftung nur noch durch das Öffnen und Schließen von Fenstern und Türen erreichbar und zwar in Form der Dauerlüftung oder der Stoßlüftung.

Allerdings sind für die Wohnungslüftung durch Fenster und Türen einige technische und physikalische Voraussetzungen zu beachten. Hier beginnt bei den meisten Menschen die Problematik. Die Nichtbeachtung der grundlegenden Regeln bei der Wohnungslüftung führt leider allzu oft zu Durchfeuchtungen und Schimmelbildung im Hausbau.

Stoßlüftung

Eine Stoßlüftung ist eine zeitlich begrenzte, maximal 5 – 10 Minuten (Expertenmeinung) währende, Öffnung von Fenstern oder Türen, mit dem Ziel, einen sehr schnellen und möglichst hohen Luftaustausch zwischen dem Innen- und Außenbereich zu erreichen. Prädestiniert für die Stoßlüftung: Badezimmer, WC, Küche und Zimmer in denen geraucht wird.

Kontrollierte Lüftung

Die kontrollierte Lüftung im Wohnraum ist ein wesentlicher Faktor für gesundes Wohnen. Im Rahmen der modernen Haustechnik sind Lüftungsanlagen gerade beim Hausbau nach dem Niedrigenergiestandard unverzichtbar.

Eine kontrollierte Lüftungsanlage hat allerdings nicht nur für einen bloßen Luftaustausch zu sorgen. Moderne Lüftungsanlagen bereiten die verbrauchte Luft wieder auf (Wärmerückgewinnung) und führen sie dann erst wieder dem normalen Luftkreislauf zu.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR

Foto: Pixabay / CCO Public Domain

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Welchen Einfluss haben Fenster auf den Energieausweis?

Der Energieausweis ist für Eigentümer, Käufer und Mieter eines Gebäudes ein zentrales Dokument. Er gibt Auskunft über den energetischen Zustand eines Gebäudes und macht den Energieverbrauch vergleichbar. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle: Dämmung, Heizungsanlage, Baujahr – und ganz entscheidend auch die Fenster. Doch welchen konkreten Einfluss haben Fenster auf den Energieausweis, und warum sind sie so wichtig?

Der Energieausweis – eine kurze Einordnung

Der Energieausweis bewertet die Energieeffizienz eines Gebäudes entweder anhand des Energiebedarfs (Bedarfsausweis) oder des tatsächlichen Energieverbrauchs (Verbrauchsausweis). Das Ergebnis wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) angegeben und zusätzlich in Effizienzklassen von A+ bis H eingeteilt.

Fenster gehen insbesondere beim Bedarfsausweis direkt in die Berechnung ein, da hier die baulichen Eigenschaften des Gebäudes betrachtet werden. Aber auch beim Verbrauchsausweis wirken sie sich indirekt aus, da schlechte Fenster den Heizenergieverbrauch erhöhen.

Fenster als energetische Schwachstelle

Fenster zählen zu den größten Schwachstellen in der Gebäudehülle. Während moderne Außenwände sehr gut gedämmt sind, können veraltete Fenster erhebliche Wärmeverluste verursachen. Je nach Baujahr eines Gebäudes machen Fenster bis zu 20–30 % der gesamten Wärmeverluste aus.

Besonders problematisch sind:
  • Einfachverglasungen
  • Alte Doppelverglasungen ohne Wärmeschutzbeschichtung
  • Undichte Rahmen oder schlechte Anschlüsse
Diese führen dazu, dass Heizenergie nach außen entweicht und der Energiebedarf des Gebäudes steigt – was sich negativ im Energieausweis widerspiegelt.

Der U-Wert: Die wichtigste Kennzahl

Der Einfluss von Fenstern auf den Energieausweis wird vor allem über den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschrieben. Er gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied verloren geht.

Alte Einfachfenster: U-Wert ca. 5,0 W/(m²K)
Alte Doppelverglasung: ca. 2,7–3,0 W/(m²K)
Moderne Wärmeschutzfenster (3-fach-Verglasung): ca. 0,7–0,9 W/(m²K)

Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung – und desto positiver wirkt sich das Fenster auf den Energieausweis aus.

Verglasung, Rahmen und Abstandhalter

Nicht nur die Scheibe selbst ist entscheidend. Auch Fensterrahmen, Abstandhalter und die Einbausituation beeinflussen die energetische Bewertung.
Rahmenmaterial: Kunststoff- und Holzrahmen schneiden energetisch meist besser ab als alte Aluminiumrahmen ohne thermische Trennung.
Warme Kante: Moderne Abstandhalter zwischen den Scheiben reduzieren Wärmebrücken und verbessern den Gesamt-U-Wert.
Einbauqualität: Undichte Fugen oder falscher Einbau können selbst hochwertige Fenster energetisch verschlechtern.

Im Energieausweis wird daher oft der sogenannte Uw-Wert verwendet, der das gesamte Fenster inklusive Rahmen bewertet.



Einfluss auf die Energieeffizienzklasse

Der Austausch alter Fenster gegen moderne Wärmeschutzfenster kann den Energiekennwert eines Gebäudes deutlich verbessern. In vielen Fällen lässt sich dadurch eine oder sogar mehrere Effizienzklassen im Energieausweis aufsteigen – beispielsweise von Klasse E auf D oder C.

Das hat mehrere Vorteile:
  • Besseres Image der Immobilie
  • Höherer Marktwert
  • Leichtere Vermietung oder besserer Verkaufspreis
  • Erfüllung gesetzlicher Anforderungen bei Sanierungen
Gerade bei älteren Gebäuden sind neue Fenster oft eine der effektivsten Einzelmaßnahmen zur Verbesserung des Energieausweises.

Wechselwirkung mit anderen Bauteilen

Fenster wirken nicht isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit anderen Komponenten der Gebäudehülle. Hochwertige Fenster entfalten ihr volles Potenzial erst dann, wenn auch die Außenwände gedämmt sind, Rollladenkästen saniert wurden und Wärmebrücken minimiert werden. Andernfalls kann es sogar zu Problemen wie Schimmelbildung kommen, wenn warme, dichte Fenster auf kalte, ungedämmte Wände treffen. Für den Energieausweis ist daher eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend.

Fenster sind ein Schlüsselfaktor für den Energieausweis

Fenster haben einen erheblichen Einfluss auf den Energieausweis eines Gebäudes. Ihr Zustand, ihre Verglasung und ihre Dämmwerte bestimmen maßgeblich, wie hoch der Energiebedarf ausfällt. Moderne Fenster mit niedrigem U-Wert können den Energiekennwert deutlich verbessern und tragen somit zu besseren Effizienzklassen bei.

Wer seinen Energieausweis optimieren möchte, sollte den Zustand der Fenster daher genau prüfen. In vielen Fällen ist der Fenstertausch nicht nur eine energetisch sinnvolle Maßnahme, sondern auch eine Investition in Wohnkomfort, Werterhalt und Klimaschutz.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixelio / CCO Public Domain / fHPeker

Energieeffizienz spielt beim Hauskauf eine immer wichtigere Rolle

Nicht nur Optik, Lage, Ausstattung und Preis sind heutzutage beim Hauskauf wesentliche Faktoren. Selbst dann, wenn das vermeintliche Traumhaus gefunden ist, kommt ein noch häufig unterschätzter Punkt beim Hauskauf zum Tragen: die Energieeffizienz. Gerade in Zeiten, in denen die Energiekosten immer weiter steigen, achten Immobilienkäufer zunehmend auf den zu erwartenden Energieverbrauch. Weiterlesen ...

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